Juni 26, 2014 1:42 Uhr
Neue-BHKW-Anlagen

Entwicklungen auf dem Markt für BHKW

Die im März 2014 stattfindende Essener Fachmesse SHK (Sanitär-Heizung-Klima) mit rund 585 Ausstellern aus 13 Nationen stand ganz im Zeichen von wichtigen Ankündigungen für Endkunden, die Neuerungen bei Mikro-KWK-Anlagen betreffen. Wie diese letztlich umgesetzt werden können, wird entscheidend von den geplanten Änderungen des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) abhängen und davon, in welcher Höhe für Strom aus KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) EEG-Umlage gezahlt werden muss.

Aufsehen hat vor allem die Ankündigung von Viessmann erregt, bereits im April 2014 mit der Vermarktung von Brennstoffzellen-Heizungen zu beginnen, deren Einsatzfelder im Bereich von Niedrigenergiehäusern im Neubau liegen. In der Anfangsphase werde die Brennstoffzellen-Heizung nur an speziell geschulte Handwerker abgegeben, die einen speziellen Kurs absolviert hätten, so der Pressesprecher von Viessmann, Wolfgang Rogatty. Wesentliche Eckdaten sind die thermische Leistung des Brennstoffzellenmoduls, das 1 KW beträgt, zu dem ein Spitzenlastkessel mit einer thermischen Leistung von 5,5 bis 19 kW hinzukommt, wobei die Montage so einfach wie bei einem Gasbrennwertkessel sein werde. Noch sei das Produkt mit einem Preis von rund 30.000 Euro nicht an einen breiten Markt adressiert. Allerdings sei man mit der Politik wegen spezieller Fördermaßnahmen im Rahmen der Markteinführung im Gespräch. Neben der Ankündigung, mit der Vermarktung von Brennstoffzellen-KWK zu beginnen, erweitert Viessmann auch seine Produktpalette bei KWK-Anlagen im mittleren Leistungsbereich und hat auf der Messe gleich zwei neue Anlagen vorgestellt, die im Leistungsbereich zwischen 15 und 20 kW liegen.

Auch Vaillant wartete in Essen mit Neuigkeiten auf und teilte mit, dass seine überarbeiteten Brennstoffzellen-Anlagen ab Mitte März im europaweiten Feldtest ene.field verfügbar sind, dem Feldtest für Mikro-KWK Anlagen mit Brennstoffzellen. Allerdings plädiert Vaillants Deutschlandchef Marc Andreé Groos für ein vorsichtigeres Vorgehen. So stünden die nächsten drei Jahre aus seiner Sicht noch ganz im Zeichen der Marktvorbereitung für Brennstoffzellen-Heizungen, wozu die europäischen Feldtests dienten. Sie sollen klären, welche Materialien sich für Brennstoffzellen im langfristigen Einsatz als robust und effizient erweisen. „Deutschland wird eine maßgebliche Rolle für die Einführung der Brennstoffzellen in Europa spielen“, betonte Alexander Dauensteiner, der zuständig ist für Produktinnovationen bei Vaillant. Die neuen Anlagen sind 25 Prozent leichter und kompakter als die vorherigen, wobei der elektrische Wirkungsgrad mittlerweile 31 Prozent beträgt.

Einige andere Hersteller präsentierten ebenfalls neue Produkte im KWK-Umfeld. Mit dem Dachs Pro 20 stellte SenerTec sein neuestes KWK-Produkt vor, das das Portfolio des Unternehmens um eine Anlage für Mehrfamilienhäuser und das Großgewerbe erweitert und eine elektrische Leistung von 20 Kilowatt erbringt. Kirsch ergänzt mit dem Kirsch micro seine Produktpalette im unteren Leistungsbereich, denn die Mikro-KWK-Anlage ist mit einer elektrischen Leistung von 1,9 kW auf den Energiebedarf von Einfamilienhäusern ausgerichtet. Parallel dazu hat das Unternehmen seine Produktpalette auch nach oben abgerundet mit Anlagen, die mit einer elektrischen Leistung von 30, 40 und 50 Kilowatt auf den öffentlichen und den gewerblichen Immobiliensektor ausgerichtet sind. Auch Wolf hat mit dem neuen Blockheizkraftwerk GTK-4 ein echtes Mikro-KWK im Programm und öffnet sich damit niedrigeren Leistungsbereichen. Die elektrische Leistung des neuen GTK-4 beginnt bei 2 bis 4 Kilowatt, und die thermische Leistung reicht von 8,5 bis 12 Kilowatt. Das Mikro-BHKW GTK-4 von Wolf eignet sich damit nicht nur für den Neubau, sondern auch für die Sanierung von Gewerbeobjekten, Hotels und Mehrfamilienhäusern.

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