Betriebsart

Eine stromerzeugende Heizung, die im Allgemeinen auch als Blockheizkraftwerk (BHKW) bekannt ist, kann auf verschiedene Arten betrieben werden. Welche Betriebsart gewählt wird, ist abhängig vom Einsatzort, der Einsatzart sowie den Präferenzen des BHKW-Besitzers. Grundsätzlich muss für die Auslegung und den Betrieb des BHKW entweder der Strom- oder der Wärmebedarf als Führungsgröße gewählt werden. Liegt der Fokus auf der Deckung des Wärmebedarfs, wird das BHKW wärmegeführt betrieben. Wird die Deckung des Strombedarfs als Führungsgröße gewählt, handelt es sich um eine stromgeführte Betriebsweise. In der Regel werden Blockheizkraftwerke netzparallel betrieben. Netzparallelbetrieb bedeutet, dass die stromerzeugenden Heizungen an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, um überschüssigen Strom in das Netz einzuspeisen bzw. bei Bedarf Strom aus dem Netz zu beziehen.

Wärmegeführte Betriebsart

Die bei Blockheizkraftwerken am häufigsten genutzte und oftmals als Standard bezeichnete Betriebsweise ist die wärmegeführte. Von wärmegeführt spricht man dann, wenn das Blockheizkraftwerk auf den Wärmebedarf des jeweiligen Ein- oder Mehrfamilienhauses bzw. Gewerbebetriebs ausgelegt wird. In der Regel orientiert sich die Auslegung am sinnvollsten am Grundwärmbedarf (der Grundlast) des Gebäudes – in Kombination mit einem zusätzlichen Spitzenlastkessel für einen erhöhten Bedarf an sehr kalten Tagen ist die benötigte Wärme auf jeden Fall immer gedeckt. Ein wärmegeführter Betrieb wird häufig genutzt, da der Wärmebedarf im Laufe des Tages nicht so sehr schwankt wie der Strombedarf. Dadurch ist ein schonender und wirtschaftlicher Betrieb möglich, der sich auf die Lebensdauer des BHKW auswirkt.

Stromgeführte Betriebsart

Im Gegensatz zum wärmegeführten Betrieb liegt der Fokus bei der stromgeführten Betriebsart auf der maximalen Stromerzeugung. Da bei einer stromerzeugenden Heizung aber immer sowohl Strom als auch Wärme erzeugt werden, fällt bei einer hohen Stromerzeugung entsprechend viel Wärme an. Hier ist ein Pufferspeicher für die spätere Wärmenutzung notwendig. Wird so viel Strom und damit auch Wärme erzeugt, dass diese nicht mehr gespeichert werden kann, geht die überschüssige Wärme über einen Notkühler als Abwärme ungenutzt verloren, was den ökologischen Aspekten eines BHKW widerspricht. Die stromgeführte Variante ist dann sinnvoll bzw. wirtschaftlich, wenn ein BHKW im Inselbetrieb läuft, das heißt, nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden kann oder soll, wenn ein BHKW thermisch und elektrisch komplett ausgelastet ist oder wenn es als Notstromaggregat geführt wird.

Der strom- und der wärmegeführte Betrieb können ebenfalls kombiniert werden – sofern die Rahmenbedingungen stimmen, die beispielsweise in Krankenhäusern oder Teilen der Industrie und des Gewerbes gegeben sind.

Netzgeführter Betrieb als virtuelles Kraftwerk

Eine moderne Möglichkeit, die insbesondere in der Zukunft im Zusammenhang mit unter anderem Smart-Home-Technologie an Relevanz gewinnen wird, ist der netzgeführte Betrieb von BHKWs. Hierbei werden diverse BHKWs zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen und von einer zentralen Stelle aus gesteuert. Ganz nach aktuellem Strom- und Wärmebedarf werden dann BHKWs ab- oder zugeschaltet.

Lassen Sie sich durch die Experten der EW Energy World beraten, welche Betriebsart für Ihr Blockheizkraftwerk am sinnvollsten ist. Wir unterstützen Sie durch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung bei der Wahl für die Auslegung sowie den Betrieb der stromerzeugenden Heizung.