Was ist der Energiepass/Energieausweis

Der Energieausweis für Gebäude oder Energiepass, wie er verkürzt auch genannt wird, bewertet den Energieverbrauch von Gebäuden. Die Ausführungsbestimmungen zum Energiepass sind in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Dort ist festgelegt, nach welchen Methoden ein Energiepass erstellt werden kann, wer ihn erstellen darf und bei welchen Gebäuden und Gelegenheiten er vorgelegt werden muss. Hier ist auch festgelegt, welche Gewichtung im Rahmen des Energieausweises für die Bewertung der Gebäudehülle, der Heiz- und Lüftungstechnik und der Stromversorgung vorgenommen wird. Insofern wird dort auch geregelt, welche Auswirkung dem Einsatz von Blockheizkraftwerk und Kraft-Wärme-Kopplung im Energiepass beigemessen wird.Energieausweis für Ihr Eigengeim mit einem Blockheizkraftwerk oder Microbhwk

Möglichkeiten der Ausstellung des Energieausweises

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten für die Ausstellung eines Energieausweises: Es wird der Berechnung entweder der Energiebedarf oder der Energieverbrauch zugrunde gelegt. Für bestehende Gebäude, die bereits die Wärmeschutzverordnung von 1977 einhalten, kann die einfachere Form des Energieausweises nach Energieverbrauch gewählt werden. Für Neubauten und alte Bestandsgebäude, die die Wärmeschutzverordnung von 1977 noch nicht einhalten, ist eine Erstellung nach Energiebedarf durchzuführen.

Energiepass mit Energieverbrauch als Grundlage

Für den Energieausweis mit dem Energieverbrauch als Grundlage müssen dem Aussteller Daten zum Energieverbrauch in mindestens drei aufeinander folgenden Jahren zur Verfügung gestellt werden. Ob die Abrechnungsperiode dabei von Januar bis Dezember reicht oder von Juli bis Juni des nächsten Jahres ist dabei unerheblich. Bei Wohngebäuden reicht es aus, den Energieverbrauch für Heizung und zentrale Warmwasserbereitung durch entsprechende Abrechungen nachzuweisen. Für Nichtwohngebäude ist zusätzlich der Bedarf für Kühlung, Lüftung und Beleuchtung anzugeben. Der Aussteller des Energieausweises wird diese Daten dann auf Plausibilität prüfen und witterungsbereinigt auf die Quadratmeter Nutzfläche des Hauses umrechnen.

Energiepass mit Energiebedarf als Grundlage

Der Energiepass nach Energiebedarf ist die wesentlich aufwändigere aber auch wesentlich aussagekräftigere Variante des Energieausweises. Hierbei wird der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes in einem Berechnungsverfahren ermittelt, in das eine große Menge an Daten einfließt, die nach einer Checkliste im Rahmen einer Gebäudebegehung ermittelt werden. Zum Beispiel die Dämmleistung der Gebäudehülle (Außenwände, Bodenplatte, Dach, Fenster, Türen), Energieeffizienz der Heizungsanlage, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung usw. Bei dieser Art der Ermittlung wirkt sich die Kraft-Wärme-Kopplung durch ein Blockheizkraftwerk in jedem Fall positiv aus, weil die Werte unabhängig vom individuellen Heizverhalten ermittelt werden.

Auswirkung von Kraft-Wärme-Kopplung und Blockheizkraftwerk im Energiepass

Bei der Ausstellung des Energieausweises nach Energiebedarf werden vom ausstellenden Fachmann auch Empfehlungen zur energetischen Sanierung eines Bestandsgebäudes, beziehungsweise zur Optimierung eines geplanten Neubaus gemacht. Welche Sanierungsmethode hier den größten Effekt im Bezug auf den finanziellen Aufwand hat, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Ein Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung verbessert die Energiebilanz eines Gebäudes in jedem Fall eklatant, weil die eingesetzte Primärenergie nur bei dieser Heizungsform sowohl für Raumheizung und Warmwasserbereitung wie auch Stromerzeugung genutzt wird. Der Wirkungsgrad der eingesetzten Primärenergie ist damit höher, die Gesamtenergiebilanz besser.

Eckdaten des Energieausweises

  • Ausstellung durch geprüfte Sachverständige
  • Vorlage gesetzlich vorgeschrieben bei Vermietung und Verkauf
  • Bewertung der Gebäudedämmung (Außenwände, Bodenplatte, Dach, Fenster, Türen)
  • Bewertung der Gebäudetechnik (Heizungsanlage, Warmwasserbereitung, Lüftungsanlage, Stromverbrauch)

Positiv bewertet werden: Gute Dämmung, Isolierverglasung (im besten Fall nach Passivhausstandard), Wärmerückgewinnung durch Lüftungsanlage, Blockheizkraftwerk, Kraft-Wärme-Kopplung, Solaranlagen zu Wärme- und/oder Stromerzeugung