Glossar fürs Blockheizkraftwerk

Abwärme

Alle Anlagen geben in der Regel eine gewisse Menge überschüssiger Energie als Wärme an die Umwelt ab. Es ist jedoch möglich, diese Wärme weiterzuverwenden und die Primärenergie (den verwendeten Brennstoff) so besser auszunutzen. Werden Kraft und Wärme von einer Anlage genutzt, liegt eine sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vor. Hierdurch verbessert sich der Gesamtwirkungsgrad der Anlage.

AGEB

Das Kürzel AGEB steht für die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Sie wird als Verein von den Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und von Forschungsinstituten aus dem energiewirtschaftlichen Sektor unterhalten. Die AGEB gibt Energiebilanzen der Bundesrepubluik Deutschland heraus. Diese Bilanzen geben Auskunft über die in Deutschland zum Einsatz kommenden Energieträger und unterscheiden dabei zwischen Primär-, Sekundar- und Endenergie.

BAFA

Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) müssen KWK-Anlagen (BHKW) gemeldet werden, damit nach dem KWK-Gesetz eine Förderung erfolgen kann. Das BAFA nennt qualifizierte Energieberater, die dazu berechtigt sind, förderungsfähige Energieberatungen vor Ort durchzuführen. Das BAFA untersteht als Bundesoberbehörde dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Baseload (EEX-Baseload) und KWK-Index

Berechnungsgrundlage der Einspeisevergütung für KWK-Anlagen ist gemäß §4 Abs. 3 des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes der marktübliche Strompreis. Für KWK-Anlagen mit bis zu zwei Megawatt elektrischer Leistung wird der Preis für Day-Base-Grundlaststrom an der Strombörse des European Power Exchange (EPEXSPOT) sowie des European Energy Exchange (EEX) als üblicher Preis angesehen. Verwendet wird jeweils der Durchschnittspreis des vorangegangenen Quartals.

Nach Quartalsabschluss veröffentlicht die EPEXSPOT den ungewichteten Mittelwert der täglichen Phelix-Day-Base-Preise. Dieser sogenannte KWK-Index gibt z. B. Auskunft über den Mindestpreis, der dem BHKW-Betreiber nach dem KWK-Gesetz für seine Netzeinspeisungen zusteht.

Globales Emissions-Modell integrierter Systeme (GEMIS)

Das GEMIS ist ein Computermodell, dessen Daten zur Berechnung von Energie- und Materialbedarf von Prozessen oder auch Produkt-Lebenszyklen herangezogen werden. Auf seiner Grundlage ist es z. B. möglich, verschiedene Energiebereitstellungsarten hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit zu vergleichen.

Das GEMIS erfasst unter anderem Nutzungsgrad, Leistung, Auslastung und Lebensdauer. Daneben werden Emissionswerte bereitgestellt, darunter Luftschadstoffemissionen wie SO2, Nox, Halogene, Staub, CO, NMVOC, H2S, NH3 sowie Treibhausgasemissionen wie CO2, CH4, N2O, SF6 und FKW. Weitere Kenndaten beziehen sich auf feste Reststoffe wie Asche, Entschwefelungsprodukte, Klärschlamm, Produktionsabfall und Abraum, flüssige Reststoffe wie AOX, BSB5, N, P und anorganische Salze sowie auf den Flächenbedarf.
KWK-Zuschlag (Bonus)

Seit 2009 erhalten BHKW-Betreiber den KWK-Zuschlag sowohl für den eingespeisten Strom, der dem allgemeinen Stromnetz zugute kommt, als auch für den selbst genutzten Strom. Je nach Leistung ändern sich die Zuschlagssätze:

die ersten 50 kWel: 5,11 Cent/kWh
über 50 kWel bis 2MWel: 2,1 Cent/kWh
über 2 Mwel: 1,5 Cent/kWh

Ein 500 kWel-BHK wird also zunächst wie folgt vergütet: 10% des eingespeisten Stroms (die ersten 50 kWel) erbringen 5,11 Cent/kWh, die restlichen 90% (450 kWel) werden mit 2,1 Cent/kWh abgerechnet.

Der höchste Satz für bis zu 50kWel wird 10 Jahre lang ab Beginn des Dauerbetriebs gewährt. Die niedrigeren Sätze für Leistungen über 50 Kwel sind für bis zu 30.000 Vollbenutzungsstunden des BKHWs gültig. Der örtliche Stromnetzbetreiber zahlt die Zuschläge zusammen mit der Einspeisevergütung an den BKHW-Betreiber aus, sofern er seine Anlage beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, siehe oben) angemeldet hat und die dort erhaltene Anlagennummer vorweisen kann. Rechtsanspruch auf den KWK-Zuschlag besteht erst nach erfolgter Anmeldung und Vorlage der Bescheinigung beim Stromnetzbetreiber.

Stromvergütung für BKHW-Strom

Wie der erzeugte Strom vergütet wird, ist unter anderem im KWK-Gesetz festgelegt. Die Vergütung hat folgende Bestandteile:

Basislaststrompreis (Durchschnittswert) nach Baseloadpreis und KWK-Index (Strombörse) KWK-(Bonus)-Zuschlag nicht erforderliche Netznutzungsentgelte durch dezentrale Einspeisung

Vermiedene Netznutzungsentgelte

Wenn Strom dezentral eingespeist wird, entstehen dem Netzbetreiber weniger Kosten, da er weniger Strom von der nächsthöheren Netzebene (Mittel- und Hochspannungsnetz) auf die jeweilige Netzstufe (z.B. Niederpannungsebene vor Ort) herunter transformieren muss. Der Blockheizkraftwerk-Betreiber hat daher Anspruch auf Vermiedene Netznutzungsentgelte (VNNE). Dieser Anspruch ist in §24 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) festgehalten. Weitere Bestimmungen enthält die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV).

Wie die VNNE berechnet werden, wird in der Praxis recht unterschiedlich gehandhabt. Üblich sind 0,01 bis 1,5Ct/kWh.